Die Glasländer

Das gesamte Glasland existiert allein auf Grund der Tatsache, daß auch gute Feen nicht perfekt sind. Es gab einst ein großes Ödland, in dem ein Nomadenstamm umherzog und mehr schlecht als recht über die Runden kam. Eines Tages entschied eine gute Fee, den armen Leuten zu helfen und gewährte ihnen einen Wunsch. Die anständigen Nomaden konnten sich nichts Schöneres vorstellen, als in einem wundervollen, prächtigen Grasland umher zu ziehen und ihre Tiere dort weiden zu lassen, also berichteten sie der guten Fee davon. Die Fee, die leider frühzeitig die Schule abgebrochen hatte, war nie von jemandem darauf hingewiesen worden, daß sie einen kleinen Sprachfehler besaß und kein r aussprechen konnte, sondern statt dessen lediglich ein l hervorbrachte. So verwandelte sie die gesamte Ödnis ungeschickterweise in das heutige Glasland.

In dieser Ebene gibt es so viel Glas, daß gemunkelt wird, man könne von bestimmten durchsichtigen Stellen aus bis zum inneren Kern der Welt hinabsehen.

Natürlich bewohnen auch gläserne Pflanzen und Tiere das Gebiet. Der Dornische Tiger beispielsweise hat sich perfekt angepaßt: Er lauert zwischen den hohen Gläsern und bewegt keinen Muskel, verschmilzt mit der Umgebung. Das letzte, was ein nichtsahnender Wandersmann oft zu hören bekommt, ist das nervenzerfetzende Geräusch von Glas, das an Glas schabt. Und dann hechten gelb funkelnde Augen, die auf einem kristallinen Körper sitzen, auf ihn zu...