Milos

Es heißt, daß einst ein junger Mann namens Milos das Buchbinden erlernte. Doch er hatte nur Flausen im Kopf und vergnügte sich lieber mit hübschen Angehörigen des weiblichen Geschlechts, als sich die Lehren zu Herze zu nehmen. Eines Tages schlich er ein paar Maiden hinterher, die des Nachts zu einem einladenden Tümpel gingen, um zu baden. Milos wartete, bis sie sich ihrer Kleider entledigt hatten und lachend im Wasser planschten. Dann begann er, die Szenerie in einem Buch zu binden. Doch die wohlgeformten Körper lenkten ihn dermaßen ab, daß er seine Gedanken nicht mehr bei der Sache hatte und aus Versehen in die Geschichte aufgesogen wurde. Seitdem befindet er sich in diesem Buch und vergnügt sich auf ewige Zeiten mit den Frauen im Teiche... (Die Geschichte ist natürlich nicht gerade dazu geeignet, einem Schüler aufzuzeigen, warum er niemals gedankenlos mit seinen Fähigkeiten umgehen sollte. Trotzdem wird sie an jede neue Generation weitergereicht - falls das Buch tatsächlich irgendwann wieder auftauchen sollte, mußte der Finder schließlich wissen, was er da in den Händen hielt, um Milos anschließend zu befreien und ihm den größten Kinnhaken seines Lebens zu verpassen. Es kann schließlich nicht angehen, daß einem einzelnen Mann solche Freuden widerfahren, noch dazu für die Unendlichkeit)

 

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